28.08.2025
Sankt Augustin / Deutschland - Die englische Ausgabe der Studia 125: die gekürzte Version der Biographie des ersten Steyler Bischofs in China.
Johann Baptist Anzer (1851–1903) schloss sich im Oktober 1875 der eben erst von Arnold Janssen gegründeten Missionsunternehmung in Steyl an. Er gehört also zur Gründungsgeneration der Steyler Missionare und blieb durch die ersten Schwierigkeiten und Konflikte hindurch dem Anliegen der neuen Kongregation treu.
Im März 1879 reiste er zusammen mit Joseph Freinademetz in die erste Mission der Steyler Missionare nach China aus. Sie übernahmen dort Anfang 1882 die erste Station in der Provinz Shandong. Anzer wurde 1886 zum Bischof (Apostolischen Vikar) geweiht und engagierte sich in der Organisation des Vikariats. Wegen seines ambivalenten Charakters und eilfertigen Paktierens mit der weltlichen Macht werden ihm ausgeprägte Ehrsucht, übersteigertes Selbstwertgefühl, ein autoritärer Führungsstil und Defizite an Ordensgeist und regularem Pflichtbewusstsein vorgeworfen.
Die hier vorliegende Vita möchte Anzer und seine Lebensleistung, seine Verdienste und Person umfassend würdigen und ihm historische Gerechtigkeit zuteilwerden lassen. Denn es kann nicht bestritten werden, dass er zu den ganz großen deutschen Persönlichkeiten der chinesischen Missionsgeschichte gehört.
Johann Baptist Anzer (1851–1903) joined the mission house in Steyl in October 1875, shortly after it had been opened by Arnold Janssen. He thus belongs to the founding generation of missionaries from Steyl and remained faithful to the cause of the new foundation through the initial difficulties and conflicts.
In March 1879, he travelled with Joseph Freinademetz to China and started its first mission. They took over their first station in the province of Shandong at the beginning of 1882. Anzer was ordained a bishop (Apostolic Vicar) in 1886 and took care of the organisation of the new vicariate. Because of his ambivalent character and hasty pacts with secular powers, he was accused of a pronounced thirst for honour, exaggerated self-esteem, an authoritarian leadership style and a lack of religious spirit and regular sense of duty.
The aim of this biography is to comprehensively honour Anzer and his life’s work, his achievements and his personality, and to do him historical justice. For it cannot be denied that he is one of the greatest German personalities in Chinese mission history.